Ein in der ESF-Förderung vielfach dokumentiertes Defizit bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming (GeM) am Arbeitsmarkt ist jedoch der Mangel an aussagekräftigen geschlechterdifferenzierenden Daten. Da Maßnahmen der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung vielfach in der Zuständigkeit lokaler Akteure liegen, müssen auch in den Regionen die Strukturen und Wirkungen geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung erkannt, bewertet und konzeptionell angegangen werden. Es ist davon auszugehen, dass regionale Besonderheiten die Geschlechterungleichheiten am Arbeitsmarkt verstärken oder auch vermindern.

Mit dem vorliegenden Bericht wird ein Leitfaden für die Akteure der regionalen ESF-Arbeitskreise bereitgestellt, in welchem unter anderem Fragen der Verfügbarkeit und der Nutzung solcher Daten erörtert werden. Noch bevor eine Arbeitsmarktanalyse durchgeführt werden kann, ist der Bedarf an gleichstellungsrelevanten Indikatoren auf regionaler Ebene zu ermitteln sowie eine Bestandsaufnahme der regional verfügbaren geschlechterdifferenzierenden Daten vorzunehmen. Dazu wird zunächst die Ausgangslage von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt beschrieben (Kapitel 2). Vor Abschluss des Projekts können im Leitfaden nur allgemeine Trends und einige regionale Strukturen vorgestellt werden. Zur praktischen Hilfestellung bei der Arbeit vor Ort werden im Weiteren Vorschläge zum grundsätzlichen Vorgehen und zur Verwendung von Indikatoren gemacht, welche die Geschlechterdisparität am Arbeitsmarkt beschreiben (Kapitel 3). Sodann wird dokumentiert, welche Daten an welcher Stelle in geschlechterdifferenzierender Form vorliegen und auf was diesbezüglich zu achten ist (Kapitel 4). Eine tabellarische Hilfestellung führt schließlich die Indikatoren- und Datenebene zusammen (Kapitel 5). Welchen Nutzen eine geschlechterdifferenzierende Arbeitsmarktanalyse birgt hängt auch von der Aussagekraft einzelner Merkmale ab, was an einigen Beispielen demonstriert werden soll (Kapitel 6). Bei allem tauchen allerdings auch einige Probleme in der Umsetzung und vor allem auch in der künftigen Durchführung von Arbeitsmarktanalysen auf, wenn es um die dauerhafte bzw. nachhaltige Sicherung des hier projektförmig und daher temporär organisierten Verfahrens geht (Kapitel 7). Abschließend sollte eine Zusammenfassung (Kapitel 8) erfolgen. Diese wird allerdings erst nach der Diskussion und Reflexion unserer Vorschläge mit den Arbeitskreisen erstellt.